Inakzeptables soziales Verhalten in Unternehmen

Relativ oft erlebe ich in Unternehmen, dass offensichtlich „inakzeptables“ soziales Verhalten geduldet wird. Verhaltenweisen wie z.B.

- Gespräche zu dominieren

- Verantwortung für eigene Fehler nicht zu übernehmen

- Vereinbarungen zu missachten

- Gerede und Klatsch zu verbreiten

- Aggressives und unangemessenes Verhalten gegenüber Abhängigen


Ob aktiv oder passiv geduldet ist schwer zu sagen. Nichtsdestotrotz beschäftigt dieses Verhalten alle, die täglich davon betroffen sind. Viel Zeit geht verloren, beim Versuch das Verhalten zu verstehen, beschreiben, verurteilen und darunter zu leiden. Anekdoten über Anekdoten entstehen hinter vorgehaltener Hand. Keiner möchte der Whistleblower oder der Petzer sein. Das gehört sich kulturell nicht. Sogar ein Vokabular dafür fehlt. Wie sage ich es? Meistens schauen mehr oder weniger alle hilflos und sprachlos zu und warten auf ein erlösendes Wunder.

Ist die Person geschäftlich erfolgreich und für das Unternehmen monetär wertvoll, dann kann es sogar vorkommen, dass die Person befördert wird und einen noch weiteren Kreis beeinflussen darf.


Oft gibt es in Unternehmen auch keinen definierten Verhaltenskodex. So ist jedem überlassen, die Grenze zwischen akzeptabel und inakzeptabel selbst zu definieren. Das macht sie Sache noch komplexer.


Gute Führungskräfte wissen, dass es ohne Wenn und Aber ihre Aufgabe ist, nicht nur in Theorie, sondern in alltäglicher Praxis

- selbst das Vorbild für gewolltes Verhalten zu sein

- fachliche Professionalität und soziales Verhalten als gleichwertig relevant zu sehen

- dafür zu sorgen, dass „inakzeptables“ Verhalten im Sinne eines definierten internen Verhaltenskodex nicht geduldet wird. Vielmehr muss es sofort angesprochen und korrigiert werden, damit es nicht Schule machen kann.

- im Bewerbungsprozess bereits Anzeichen für Verhaltensstörungen zu identifizieren, spätestens in der Probezeit

- Mut zu haben und Dinge beim Namen zu nennen und Konsequenzen zu ziehen.


Das allein würde enorm viel in Unternehmen verändern. Das Sicherheitsgefühl würde steigen, die Motivation, die Produktivität und der Team-Spirit der anderen.



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© Dr. Zarmina Penner 2020